Tom Otte

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM): Der Weg zurück

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM): Der Weg zurück

Jedes Unternehmen ist an ‚reibungslosen Abläufen‘ interessiert. Nur haben die Firmenleitungen es mit Menschen zu tun, die eben nicht wie Maschinen funktionieren. Die eine Kollegin bekommt ein Kind, ein anderer erkrankt, unter Umständen sogar an den Arbeitsbedingungen, der dritte benötigt dringend eine Therapie, weil er zu aufputschenden Mitteln griff, um seine überbordenden Aufgaben noch zu bewältigen.

In solchen Fällen greift das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM), das seit dem Jahr 2004 im neunten Sozialgesetzbuch verankert ist (§84, Abs. 2, SGB IX). Das Ziel ist es, entweder eine drohende Arbeitsunfähigkeit schon präventiv zu verhindern, oder aber die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben zu ermöglichen. Nach sechs Wochen ununterbrochener Arbeitsunfähigkeit innerhalb von zwölf Monaten tritt das BEM in Kraft, wobei es in jedem Fall der Zustimmung des Betroffenen bedarf.
Bei der Rückkehr des Arbeitnehmers sollte dann möglichst die ursprüngliche, gesundheitsgefährdende Belastung abgestellt oder gemindert, einer neuen Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden. Alles Bedingungen, die in vielen Fällen eine Reorganisation betrieblicher Abläufe erforderlich machen.
Hierzu bedarf es abgestimmter Schritte, weil sich eine solche Maßnahme nicht ‚nach Gutsherrenart‘ umsetzen lässt. Gut ist es, wenn dann bereits ein BEM-Konzept im Unternehmen existiert. Zehn Schritte führen hier zum Ziel. Die folgende Grafik habe ich dem Arbeitspapier 199 der Hans-Böckler-Stiftung entnommen.

otte-arbeitspapier

Der Bedarf für ein BEM ist da. Nicht ohne Grund ist das Eingliederungsmanagement immer mehr zu einem Schwerpunkt meiner Arbeit geworden, die wachsende Zahl angefragter Workshops zum Thema weist darauf überdeutlich hin. Menschen lassen sich heutzutage nicht mehr einfach ersetzen, die Arbeitsmarkt für viele Berufe ist leergefegt. Den Krankenhäusern fehlen Pfleger und Pflegerinnen, den produzierenden Unternehmen Facharbeiter und Facharbeiterinnen. Um diesem Mangel abzuhelfen, ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ein probates Mittel, um mit zeitweise ausgefallenem Knowhow diese Lücken zu füllen.

Seminar: BEM I – Betriebliches Eingliederungsmanagement

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