Tom Otte

Altenpflege und Erziehung: Zunehmend depressiv

Altenpflege und Erziehung: Zunehmend depressiv

Deutschland fühlt sich niedergeschlagen: Um 70 Prozent stiegen vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2013 die Fehlzeiten aufgrund von Depressionen. Der Anteil der Erwerbspersonen, die Antidepressiva verschrieben bekamen, nahm im gleichen Zeitraum um ein Drittel auf sechs Prozent zu. Diese Zahlen finden sich im Depressionsatlas Deutschland, den die Techniker Krankenkasse (TK) Ende Januar in Berlin vorgestellt hat.

Betroffen sind vor allem Berufe mit einem hohen Stresslevel und mit einer großen psychischen und kommunikativen Belastung wie Callcenter (gemittelte Fehlzeit je Arbeitnehmer: 2,8 Tage), Altenpflege (2,5 Tage), Erziehungs- (1,6 Tage) sowie Sicherheitsberufe (1,4 Tage).

Diese Fehlzeiten unterscheiden sich erheblich zwischen den Geschlechtern. Frauen wurden mit durchschnittlich 1,3 Tagen deutlich öfter aufgrund von Depressionen krankgeschrieben als Männer – mit durchschnittlich ‚nur‘ 0,8 Tagen. Zudem nehmen diese Fehlzeiten mit dem Alter zunächst deutlich zu. Nach dem 60. Lebensjahr sind die Werte dann wieder rückläufig.

Diese Zahlen decken sich mit dem aktuellen Bericht der DAK, wonach die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Störungen einen Höchststand erreicht hat. Schon 17 Prozent aller Fehltage lassen sich demnach auf Depression, Angststörungen und anderen psychischen Leiden zurückführen. Nur die Muskel-Skelett-Erkrankungen erzeugen mehr Fehltage (23 %).

http://www.tk.de/tk/themen/depressionsatlas-2015/695756

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/gesundheitsreport-dak-psychische-leiden-erreichen-hoechststand-a-885593.html

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